Präsentationen: Don't's und Do's! - hildefehr.com

Präsentationen: Don’t’s und Do’s!

Ich hatte das große Privileg in den letzten Wochen gleich zweimal bei großen Kongressen zum Thema „Erneuerbare Energien“ dabei sein zu dürfen. Und ich muss sagen, es hätte sehr spannend sein können. Ja hätte können! Und wissen Sie warum nur „hätte können“? Weil sämtliche Vortragende wirklich jeden Fehler bedienten, den man machen kann. Um ganz ehrlich zu sein, dachte ich, diese Fehler macht gar niemand mehr! Und so denke ich mir jetzt, falls Ihnen auch so etwas passieren könnte, gebe ich Ihnen als altehrwürdige Schauspielerin und Präsentationstrainerin die MUST-DO-BASICS FÜR PRÄSENTATIONEN MIT: (Zuerst einmal von der humoristischen Seite betrachtet)

Die 7 besten Tipps, wie Sie eine Präsentation mit Sicherheit vermasseln! 

1.BLEIBEN SIE SITZEN!

Wenn Sie vor einem Saal mit ca. 100 Menschen sprechen, oder eine Lesung halten, in dem Sie nicht auf einem Podest sind, also nicht höher sind als Ihre Zuschauer, bleiben Sie ruhig sitzen. Denn dann sieht Sie genau die erste Reihe und sonst niemand!

2. VERWENDEN SIE VIEL POWERPOINT-FOLIEN MIT LANGEN TEXTPASSAGEN!

Es gibt für Bühnensituationen ein eisernes Schauspieler-Gesetz: wenn Kinder oder Tiere auf der Bühne erscheinen, hast Du keine Chance mehr! Das heisst, du kannst als Schauspieler weinen, singen, sterben, es wird niemand zu Dir schauen, weil ein Kind und ein Tier IMMER noch „lebendiger“ ist! Exakt genau so verhält es sich mit Powerpoint-Texten! Denn wollen Sie die Aufmerksamkeit der Zuschauer verlieren, pinnen Sie möglichst viel Text! Denn eines ist fix, in der Sekunde, in der Menschen Text sehen, beginnen Sie zu lesen, ganz egal was, und ob Sie reden!

3. LESEN SIE DIESEN TEXT SELBST VOR!

Der absolute Ritterschlag zum Präsentationsloser beginnt dann, wenn Sie diesen Text von der Folie auch noch selbst laut vorlesen! Spätestens in dem Moment ist Ihr Zuschauer innerlich weggegangen. Denn Sie haben ihm vermittelt, dass Sie überflüssig sind, denn lesen kann wirklich jeder selbst! Auch ohne Sie! Man empfindet es als Zuhörende geradezu als Beleidigung, dass Sie einem sogar die Fähigkeit des Lesens auf diese Art absprechen.

4. BLEIBEN SIE BEIM VORLESEN AUCH WEITERHIN SITZEN!

Sollten Sie beim Selbst-Vorlesen zudem auch noch sitzen bleiben, dann haben Sie es vollkommen geschafft! Denn etwas „Langweiliges“ von einem Menschen, den man nicht sieht, vorgelesen zu bekommen, obwohl man es eh selbst schneller schon gelesen hat, ist nicht mehr zu übertrumpfen!

5. BLEIBEN SIE SELBST IMMER IM DUNKELN, DAMIT DIE ZUSCHAUER DIE POWER-POINT-PRÄSENTATION GUT SEHEN KÖNNEN!

Hier sei wieder ein Bühnengesetz zitiert: Wenn die Schauspieler mit Ihren Gesichtern auf Dauer im „Halb-Dunkeln“ sind, die Zuschauer aber wissen wollen, was sich in diesen Gesichtern tut, bekommen alle Zuschauer Kopfweh und können sich dann, auch wenn es für Sie interessant wäre (!!!), nicht mehr konzentrieren, weil das Hinschauen schon zu anstrengend und schmerzhaft geworden ist! Ein „dunkles“ Gesicht ist nicht zu „lesen“!

6. BAUEN SIE JA KEINE PERSÖNLICHEN GESCHICHTEN EIN!

Diese könnten nämlich spannend sein und die Menschen dort abholen, wo Sie sind! Ich erinnere mich an genau eine einzige Mathematikstunde in meiner Gymnasialzeit: da startete unser Professor mit einer Geschichte über die damaligen Schirennläufer und baute dann die Kurve in die mathematischen Begebenheiten passend zur Geschichte. Ich habe nie zuvor und auch nie wieder danach Mathematik als so spannend erlebt! Sprich bringen Sie keine Leidenschaft, keine persönliche Betroffenheit, keine Fragen, keine Pausen zum Nachdenken ein, rattern Sie möglichst in einem Tonfall sämtlichen Text leidenschaftlos herunter. Und das am besten nicht frei, sondern indem Sie von einem Notizzettel ablesen!

7. FALLS DER GANZE SAAL SICH UNTEREINANDER ZU UNTERHALTEN BEGINNT, BLEIBEN SIE UNBEDINGT BEI IHRER LINIE UND SPRECHEN SIE ES JA NICHT AN!

Das sicherste Zeichen für einen Vortragenden ist immer dasjenige, wenn der ganze Saal sich zu unterhalten beginnt. Verschiedene Grüppchen untereinander, oder Einzelpersonen auf Ihren Handys, die nach Facebook, WhatsApp und Co. verschwinden. Wenn Sie das bemerken, dürfen Sie es ja nicht ansprechen! Tun Sie so, als wäre dies alles nicht, und machen Sie genauso langweilig weiter, wie bisher. Und v.a. bringen Sie die ZuhörerInnen jetzt ja nicht zum Lachen. Weil dann könnten Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder zurückholen und Ihnen im Vortrag vielleicht doch wieder folgen und sich wohlfühlen!

BRAVO! SIE HABEN ES GESCHAFFT! IHR VORTRAG WAR SICHER EINER DER LANGWEILIGSTEN, DIE DIE ZUHÖRER JE ÜBER SICH ERGEHEN HABEN LASSEN MÜSSEN!

LASSEN SIE UNS DEN SPIESS NOCH GANZ SCHNELL UMDREHEN:

DIE 7 BESTEN TIPPS, UM IHRE ZUHÖRER AN SIE ZU FESSELN :

1. Stehen Sie immer auf! Bewegen Sie sich. Auch bei Lesungen! Immer! Geben Sie sich den Hochstatus!

Bieten Sie Abwechslung mit Ihrem Körper, mit Ihren Emotionen, seien Sie selbst die Abwechslung! Und zum Begriff Hochstatus: machen Sie nicht auf: wir sind alle gleich, ich bin einer von Euch. Ja in den Worten schon, aber mit dem Körper schaffen Sie Hochstatus! Das klärt die momentanen Positionen ohne Worte: Ich spreche, Sie hören zu!

2. Wenn Sie auf Powerpoint bestehen, keine Texte!

Wenn Texte, dann erst wenn Sie diesen Text schon gesagt haben. Damit der Text nur zur Erinnerung da steht. Sonst stehen Sie in Konkurrenz (Wohin die Aufmerksamkeit geht!) mit Ihrem eigenen Text! Und das ist unnötig!

3. Lesen Sie niemals selbst Ihre Texte vor!

Wenn Sie der Meinung sind, es müssen Textpassagen hinein: bereiten Sie die Menschen vor, dass Sie jetzt um Ihre Aufmerksamkeit bitten, dass Sie sich diesen Text jetzt bitte konzentriert durchlesen sollen, weil … und jetzt erst, wenn alles anmoderiert ist, kommt der Text an die Wand. Und dann seien Sie still und lassen lesen!

4. Stellen Sie sich immer ins Licht! Also nicht sinnbildlich gemeint, nein schauen Sie immer, dass Ihr Gesicht ohne Schatten ausgeleuchtet ist!

Wenn Sie Sorge haben, dass man die Powerpoint-Folien nicht sieht, das ist weniger schlimm, wie wenn man SIE nicht sieht! Sie sind der Bezug. Der Grund, warum die Menschen Ihnen folgen! Nie die Bilder und noch viel weniger die Texte auf Ihren Folien!

5. Bauen Sie immer wieder persönliche Geschichten ein! Bringen Sie die Menschen auch zum Lachen!

Lassen Sie die Menschen sich wohlfühlen! Holen Sie diese dort ab, wo Sie gerade sind. Wenn ich vor Technikern rede, suche ich eine Geschichte, die technisch ist. Oder ich erzähle über mich, wo ich null technisch begabt bin und war, damit sie lachen können. Sind es Frisöre, erzähle ich eine Frisörsgeschichte und führe dann zu meinem Thema weiter… Ich hole Sie mit einem Lachen oder zumindest Schmunzeln in Ihrem Thema ab!

6. Überraschen Sie immer wieder! Man erwartet sich etwas Trockenes, Wissenschaftliches…

Überlegen Sie sich bei Ihrer Vorbereitung immer wieder, was würde die Menschen jetzt überraschen? Denn umso öfter Sie überrrascht sind, desto sicherer hängen Sie an Ihren Lippen, weil sie sich innerlich nicht zurückziehen werden. Weil es spannend ist. Ich hatte z.B. einen Dr.Dr. Bakteriologie, der auf der ganzen Welt Vorträge hielt und meinte, er wäre zu wissenschaftlich und langweilig: da haben wir Überraschungen eingebaut, so dass er bekannt wurde für seine lustigen Vorträge! Obwohl es um so wissenschaftliche Themen ging. Humor in diesem Thema, ja genau das überrascht!

7. Und falls doch einmal Unruhe entstehen sollte, sprechen Sie es an!

Wenn Sie merken, die Zuschauer fangen zu reden an, sprechen Sie es an: „Ich merke, Sie unterhalten sich lieber selbst? Darf ich wissen, was interessanter ist als ich?“ Oder „Ich nehme an, Sie besprechen gerade meine Inhalte, und wie Sie es sofort in die Tat umsetzen werden? Wollen Sie und vielleicht daran teilhaben lassen?“ oder oder oder… Bleiben Sie in Ihrem Stil, nur seien Sie sich bewusst: Unruhe ignorieren führt zu mehr Unruhe!

DAS SIND SIE SICH WERT!

SO GELINGT IHNEN DIE BESTE PRÄSENTATION IHRES LEBENS MIT SICHERHEIT! 

Das meint Ihre Hilde Fehr

Hilde Fehr - Coach für Selbstwert, Singles und Paare, Online-Kurse

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