7 Tipps, die "richtig kritisieren" möglich machen - hildefehr.com

7 Tipps, die „richtig kritisieren“ möglich machen

„…den zweiten Teil fand ich nicht so lustig!“… Ich hatte gerade die Premiere meines letzten Kabaretts geschafft. Ich war zweieinhalb Stunden alleine auf der Bühne vor 250 Menschen gestanden, und es hatte kein Zuschauer die Flucht ergriffen… Sprich ich hatte ALLES gegeben, meine Passion, meine Leidenschaft, mein Können, ich hatte sogar ein Lied gesungen. Und dann kam mein Bruder und sagte nur:

„… den zweiten Teil fand ich nicht so lustig!“ Das passierte direkt auf der Bühne. Nach der Zugabe war er auf die Bühne geklettert und hatte das gesagt. Und dann kam der Fotograf von der größten Tageszeitung vor Ort und wollte ein Foto haben. Von mir, von meinem Bruder und davon, wie ich meinen Erfolg feierte…

Und was war dann am nächsten Tag in der Zeitung zu sehen? Ein Foto von meinem Bruder mit seinen Töchtern und mir. Alle lachend und glücklich, außer mir. Denn ich sah darauf aus, als hätte man mir kurz vorher einen Kinnhacken verpasst. Und obwohl ich keine blauen Flecken im Gesicht hatte, sah man den Kinnhacken in Form von Worten in meinem Gesichtsausdruck!

„RICHTIG KRITISIEREN?“ GEHT DAS?

„Ja aber was hätte ich denn sonst sagen sollen?“ entgegenete mein Bruder dann, als ich ihn später einmal darauf ansprach, „Der zweite Teil hat mir nun mal nicht so gut gefallen!“

Und als ich zwei Jahre später meiner Schwester meine neuen Folder voller Stolz hinlegte, meinte sie: „Also Hilde, dieser Spruch berührt mich nicht.“ Und dann drehte sie den Folder um und sagte: „Und das Foto, das spricht mich auch nicht an!“ – „Willst du mich jetzt umbringen?“ – „Was warum? Natürlich nicht! Aber darf ich jetzt meine Meinung nicht mehr sagen? “ – „Doch sicher darfst du deine Meinung sagen. Aber du musst doch vorher wenigstens ein positives Wort darüber sagen!“ – „Nein das sehe ich anders! Du bist wohl unfähig für Kritik!“

Und dann entbrannte eine heiße Diskussion, an deren Ende meine Schwester sich von Herzen entschuldigt hat. Und warum? Was war passiert?

EIN MENSCH GIBT IMMER ALLES!

Egal was ein Mensch tut, erfindet, plant und umsetzt. Er gibt sein Bestes. DAS IN DIESEM MOMENT BESTE, WAS WAS AUF LAGER HAT! Und was ein Mensch als erstes braucht, wenn er sich mit seinem „In-diesem-Moment-Besten“ zeigt, ist: EIN STÜCK ANERKENNUNG für all sein Werken, Bemühen und Tun! Das heisst:

1. SPRECHEN SIE I M M E R ALS ERSTES EINE ANERKENNUNG AUS!

Egal was Ihnen alles nicht gefallen hat. Disziplinieren Sie sich selbst, zuerst etwas Positives zu sagen! Auch wenn dann Sätze herauskommen wie: „Die Farbe auf diesem Folder ist super!“ – oder „Das Kabarett in den ersten fünf Minuten fand ich genial!“ Beginnen Sie mit etwas Positivem!

2. WIEGEN SIE IHR GEGENÜBER IN SICHERHEIT UND GEBORGENHEIT, DAMIT ES A U C H FÜR KRITIK OFFEN WIRD!

Erst wenn ein Mensch eine Anerkennung seiner Zeit, seiner Energie, seines Tuns gehört hat, fühlt er sich sicher. Fühlt er sich wertvoll. Geschätzt. Und als Mensch liebenswert und angenommen.

(Ich erinnere mich, als ich vor Jahren für mein zweites Kabarett in meinem Wohnzimmer vor drei Freundinnen  eine Voraufführung machte, und im ersten Teil niemand gelacht hatte, dass ich am liebsten in mein Schlafzimmer verschwunden wäre, und nie wieder zurückgekommen wäre. Und da machte meine beste Freundin das einzig Richtige : Sie umarmte mich in der Pause ganz fest! Sie zeigte mir, dass sie mich als Mensch mochte. Egal ob ich gut war oder nicht. Und siehe da, im zweiten Teil hörten sie nicht mehr auf zu lachen… Ich war zur Bestform aufgelaufen. Durch das Gefühl vom Geborgen-, Sicher- und Geliebt-Sein.)

3. ERST DANN MACHEN SIE VERBESSERUNGSVORSCHLÄGE!

Und jetzt Achtung, was ist ein Verbesserungsvoschlag überhaupt?

4. LERNEN SIE DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN KRITIK UND VERBESSERUNGSVORSCHLÄGEN KENNEN!

„Das ist falsch!“, „Nein so geht das nicht!“, „So ein Blödsinn!“ etc… Ich wette, Sie könnten diese Liste unendlich lange fortführen. Mit Sätzen, die Sie selbst auch schon unzählige Male gehört haben! In der Schule, im Alltag, in der Familie, unter Freunden. Leider hegen wir in unserer Gesellschaft eine Kultur von „Ich-mach-dich-fertig!“-Listen und nicht eine Kultur des „Ich-wertschätze-und-unterstütze-dich!“-Listen. Aber genau das können SIE JETZT ÄNDERN!

Ich finde es toll, was du schon alles gemacht hast! Und damit du schneller voran kommst, könntest du vielleicht einmal hier… hineinschauen und das dort eintragen … und vielleicht kommst du dann besser voran mit allem?“

oder

Was du dir da schon für eine Mühe gemacht hast! Das muss dich viel Zeit gekostet haben! Toll gemacht! Und was hälst du von dieser… Idee , würde dir das helfen?“

oder

Super hast du das gemacht. Ich würde vielleicht noch das und jenes … dazu machen. Oder stattdessen… machen. Was hälst du davon?

5. ZEIGEN SIE DEM ANDEREN, DASS SIE AN IHN GLAUBEN!

„Der Glaube versetzt Berge!“ Jeder von Ihnen kennt diesen Spruch. Und er birgt ein riesiges Quäntchen Wahrheit in sich. Sehen Sie „DAS“ beim Anderen. GAUBEN SIE AN „DAS“ UND AN DEN ANDEREN! Und helfen Sie ihr/ihm, das Beste aus „DAS“ zu machen: aus der Idee, der Fertigkeit, aus was auch immer… 

6. SEIEN SIE EINE HILFE UND KEIN BESSERWISSER!

Als Besserwisser kommen Sie an, -ACHTUNG FALLE! Auch wenn Sie glauben keiner zu sein! ACHTUNG FALLE!- , wenn Sie dem anderen das Gefühl geben, er oder sie wäre blind, und Sie hätten das schon lange durchschaut, wie alles viel leichter, richtiger und schneller ginge!

Dieses Gefühl kann sich sehr leicht beim Anderen einstellen, wenn Sie Sachen sagen, wie folgt:

„ABER DAS STIMMT DOCH GAR NICHT!…“

ABER…!“

ABER…“ Sprich jeder Satzanfang mit „aber“ ist gefährlich… beobachten Sie sich selbst!

„NEIN! So ist das nicht!“… das sind so „Absolut-Behauptungen“, wie das Leben IST und NICHT IST… Wenn es diese wirklich gäbe, wären wir Menschen alle Klone und alle gleich. Sprich, jede Aussage und jede Meinung ist NUR IHRE MEINUNG. Und nichts Allgemeingültiges! Oder was hätten Sie vor Jahren einem Mark Zuckerberg geraten: „Nein, mit so einer Studentenplattforn lässt sich doch niemals ein Geld machen!“ ???

Das heisst:

Machen Sie VORSCHLÄGE, bieten Sie einen BLUMENSTRAUSS AN MÖGLICHKEITEN und Ideen an. Dann kann Ihr Gegenüber selbst entscheiden, was für Sie/Ihn passt… und was davon für sie /ihn eine HILFE IST!

7. GEHEN SIE AUCH MIT SICH SELBST GENAUSO UM!

Schätzen Sie Ihren eigenen Wert!

Loben und Anerkennen sich sich selbst!

Glauben Sie an sich und Ihre Ideen!

Holen Sie sich neue Ideen und probieren Sie diese aus!

HELFEN SIE SICH SELBST, INDEM SIE SICH MIT UNTERSTÜTZENDEN MENSCHEN UMGEBEN!

DAS SIND SIE SICH WERT!

Mit liebsten Grüßen Ihre Hilde Fehr

 


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Hilde Fehr - Coach für Selbstwert, Singles und Paare, Online-Kurse

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